Enteignet? Geschäftsführer Axel Hesse verlässt Gutscheinpony

Der Gutscheinpony-Gründer Axel Hesse sprach mit Venture TV erstmals über seine Absetzung als Geschäftsführer des eigenen Unternehmens. Durch das Interview wird klar: So ganz freiwillig war der Abschied wohl nicht. Sogar von Enteignung ist die Rede, obwohl Hesse weiterhin seine Anteile an der Gutscheinpony-Betreibergesellschaft Mensch Danke GmbH hält. Axel Hesse wäre aber nicht Axel Hesse, wenn er nicht positiv damit umgehen würde.  Hesse spricht von „Pärchenbildung“ im Investorenkreis, die sich sukzessiv fortsetzt und dazu führt, „dass man den Fokus anders verlegt“.

Zu dem Ausscheiden aus dem Geschäftsführungskreis haben laut Hesses Angaben unterschiedliche Meinungen im Management und Gesellschafterkreis geführt. Sich selbst sieht er dabei als Verfechter des Wunsches mit dem Unternehmen Menschen glücklich zu machen. eine Auffassung, die womöglich nicht jeder Gesellschafter geteilt hat. Dechiffrierend könnte man hier auch interpretieren, dass die Zahlen schlichtweg nicht gestimmt haben und man sich über die strategische Ausrichtung uneins war.

Als sehr schade empfindet Hesse, dass er Mitgesellschafter Leonard Quack das Feld überlassen muss. Man hört heraus, dass es wohl Trouble um eine Pressemitteilung gab, in der „gewisse Leute“ als Erfinder des Gutscheingeschäfts bezeichnet wurden. Aus gesellschaftsrechtlicher Sicht sah er sich hier in seiner Handhabe eingeschränkt. Die Mensch Danke GmbH hatte zuletzt Konkurrenten und Schnäppchenblogs wie Meindeal.com, Schnäppchenfuchs und tanio.co aus Polen gekauft. Dadurch sei es zu einer Verwässerung der Gesellschafteranteile gekommen.

„Am Ende stellt man dann fest, dass die Interessenlage dann offensichtlich anders ist. Die anderen Parteien sehen die Firma einfach in einer anderen Richtung, wo man sagt: Mensch, die letzten sechs Jahre, wo man sich damit beschäftigt hat, hat man sich sehr viel Know How angeeignet, hat sehr viel Herzblut reingesteckt. Da gehen die Meinungen dann auseinander. Das ist sehr bedauerlich.“ Der Input, den er in das Unternehmen eingebracht hat, sei seinem Empfinden nach von den anderen als austauschbarer Wert wahrgenommen worden. Er stört sich daran, dass Leonard Quack sich nach Hesses Abgang in der Presse als Gründer und Erfinder des Gutscheinponys geriert, „wo ja offenkundig ist, dass das nicht ganz der Wahrheit entspricht“.

Als Tipp für Gründer in einer ähnlichen Situation, gibt Hesse den Zuschauern mit auf den Weg, auf die Satzung der Firma zu achten. Werde unter Freunden gegründet, entstünde oft auch die Satzung „unter Freunden“. Kommt nun ein Investor als weiterer Gesellschafter ins Unternehmen, sollten Satzung und Gesellschafterverträge unbedingt angepasst werden. Zusammentun sollte man sich ohnehin immer mit gleichgesinnten Menschen mit ähnlichen Ansichten und Interessen.

Doch Axel Hesse hat auch schon wieder ein weitere Projekte ab Start: Traumschutz und ClueList. Ersteres ist eine Versicherungskooperation. Letztes ist eine Gästelisten-App für Veranstaltungen und Clubs.

Ein Gedanke zu „Enteignet? Geschäftsführer Axel Hesse verlässt Gutscheinpony

  • 3. Januar 2017 um 12:42
    Permalink

    Das ist doch Hohn und Spott!

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