„Was will die eigentlich?“ – Lencke Steiner geht in die Politik

Lencke Steiner ist oft raus. Nun will sie aber rein und zwar in die Politik. Einem breiten Publikum wurde die Jungunternehmerin im Familienbetrieb und Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbandes Die Jungen Unternehmer (BJU) als Jurorin in der Startup-Castingshow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) auf VOX bekannt. Dort investierte das „Löwenküken“ sehr verhalten und erntete dafür Kritik und Spott. Trotzdem hatte die Bremer FDP-Fraktion sie als Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahlen auserkoren. Der Plan, mit dem bekannten Gesicht zu werben, ging auf: Steiner führte die FDP mit 6,6 Prozent zurück ins Landesparlament. Sie kandidierte als Parteilose „von Außen“, trat aber noch am Abend der Wahl der FDP bei, ist mittlerweile Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bremer Bürgerschaft und Mitglied des Bundesvorstandes.

Auf die „Löwin“ zu setzen, die bei der breiten Masse der Zuschauer in der Kritik steht und den meisten Nichtzuschauern unbekannt ist, ist mutig gewesen. Das Wahlplakat warb selbstironisch mit „Champagner für Alle“, „Cabrios im Nahverkehr“, „Grundrecht auf Mode“ und der Frage „Was will die eigentlich?“. Trotzdem hätten die Sachfragen bei der Wahl den Ausschlag gegeben, gab Generalsekretärin Nicola Beer mit Blick auf eine Nachwahlbefragung an. Demnäch hätten nur 22 Prozent der FDP-Wähler die Partei aufgrund der Spitzenkandidatin Lencke Steiner gewählt und 60 Prozent aufgrund der Positionierung in Sachfragen.

Stehen möchte die FDP gerne für Werte wie „Beste Bildung, wirtschaftliche Vernunft und Gründergeist.“ – Da passt die Investorin aus der VOX Gründershow natürlich gut. Das Thema Gründen und Startups besetzt die Partei mittlerweile ohnehin ganz gut – seit der Wutrede von Christian Lindner. Was aber steht wirklich drin im Wahlprogramm der Lencke Steiner?

„Was will die eigentlich?“ – 22 Positionen zu Bremer Wahlkampfthemen

Lencke Steiner ist FÜR

  • die Privatisierung von Gewoba, Brepark und Flughafen
  • mehr Innenstadtparkplätze
  • mehr finanzielle Unterstützung für Bremerhaven
  • mehr Flüchtlinge in Bremen
  • Umrüstung öffentlicher Gebäude auf erneuerbare Energien im Renovierungsfall
  • Verschiffung aller rechtmäßigen Güter im Bremischen Hafen – auch Rüstungsgüter
  • Einstellung von Lehrkräften gegen Unterrichtsausfall
  • Weservertiefung, damit größere Schiffe den Hafen anlaufen können.
  • Start einer Initiative im Bundesrat für mehr bundesweite Volksentscheide
  • Enttabuisierung der Schließung von Museen und Schwimmbädern als ultima ratio vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage
  • Vorrangstellung des Hafens in der Wirtschaftspolitik
  • Mehr Polizeipräsenz auf den Straßen

Lencke Steiner ist GEGEN

  • die Erhöhung von Steuern und Gebühren
  • die Erhöhung des Kultur-Etats
  • eine Beteiligung des SV Werder Bremen an den Kosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen
  • kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Geringverdienende
  • Frauenquote für höhere Positionen in der öffentlichen Verwaltung
  • Beitragsfreie Kitas
  • verkehrsberuhigte Straßen zur Entlastung von Feinstaub und Lärm
  • gemeinsame Schulen unabhängig von den Fähigkeiten der Schüler
  • mehr Videoüberwachtung
  • Eingriff des Senats in den Wohnungsmarkt zur Bereitstellung von mehr preiswertem Wohnraum

Quelle: abgeordnetenwatch.de

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