Domain-Tennis: Sparheld sichert sich die Homepage von Boris Becker

Es ist die ungewöhnlichste Akquisition der Branche seit langem. Das Gutscheinportal Sparheld hat die Domain von Tennis-Legende Boris Becker ersteigert. Der Kauf ist aber mehr ein PR Coup als ein strategisches Investment. Behalten oder nutzen will man die Domain nicht, sondern lediglich vor Missbrauch schützen. Auch zur Rückgabe an den Tennis-Profi ist man als treue Fans bereit. Auf den Social Media Profilen des seit einigen Wochen insolventen Sportlers findet sich noch immer ein Link zu der Seite.

Henning Kruthaup, Christian Hellrung und ihr Team hatten die Domain borisbecker.com auf einer Internetplattform für Domainhandel entdeckt. Der Vorbesitzer ist Berichten zufolge nicht etwa Boris Becker, der die Domain im Rahmen seiner Insolvenz verkaufte, sondern offenbar ein Domaingrabber, der sich die freiwerdende Domain seinerseits gerade erst gesichert hatte. 827,60 € hat der Spaß die beiden gekostet. Gebracht hat die Geschichte viel Fame und Aufmerksamkeit.

„Wir haben das gemacht, weil wir Fans von Boris Becker sind. Und für den Preis ist das auch okay,“ gab Kruthaup in einem Interview mit der Welt zu Protokoll. Man habe nicht gewollt, dass mit der Domain „Schindluder getrieben“ wird und sei selbstverständlich zur Rückgabe bereit. Kostenlos, denn finanziellen Profit wolle man nicht aus der Situation schlagen.

Das kann man so auch auf der Domain lesen. Dort heißt in einem offenen Brief, der sich an Boris Becker richtet, jetzt:

Lieber Boris,
mit etwas Wehmut haben wir die Schlagzeilen um Deine Person in den vergangenen Tagen zur Kenntnis genommen. Als Ikone des Tennissports und gefeierter Star hast Du uns in den vergangenen Jahrzehnten begeistert. […]

und weiter

[…] Leider mussten wir mit Bedauern feststellen, dass Deine Webseite zur Auktion stand. Damit mit Deiner Domain kein Schindluder getrieben wird, haben wir uns diese gesichert und bewahren sie für Dich auf. Du kannst Dich jederzeit bei uns melden, damit sie wieder in Deinen Besitz übergeht.

Die Geschichte mag einen wahren Kern haben. In jedem Fall ist sie ein genialer PR-Coup, der den Berliner Sparhelden hier gelungen ist. Alle großen Publikumsmedien wie Welt, BILD, FOCUS Online und andere griffen das Thema auf, Startup-Magazine wie Gründerszene und Deutsche Startups berichteten und auch auf Sportseiten wie Sport1, SPOX & Co berichtete man über das großzügige Startup.

Selten dürfte eine PR Kampagne für 827,60 Euro so viele Backlinks und derart hohe Markenbekanntheit gebracht haben. Somit waren die Motive, die Domain zu kaufen bzw. zurückgeben zu wollen, vielleicht doch nicht ganz selbstlos. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, auch wenn einige Medien sogar bewusst auf die Nennung des Firmennamens und eine Verlinkung verzichtet haben.

Weil die Aktion aber so gelungen und unter Marketing Gesichtspunkten wirklich kreativ ist, gibt es hier noch einen Link für Sparheld.de und einen für Boris Beckers Homepage geschenkt.

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