Startup-Humor: Deutschlands erster Startup-Satireblog

Dem Kabarettisten Werner Finck wird das Zitat zugeschrieben: „An dem Punkt, wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor.“ Dass es auch in der Startup-Szene viel Humor gibt, zeigt seit rund einem Jahr die Website Startup-Humor.de. Ursprünglich ins Leben gerufen, um Startup- und Branchen- Magazine wie Deutsche Startups, Gründerszene oder Exciting Commerce zu parodieren (fast hätte die Seite den Titel „Exciting-Startups“ bekommen) und Startup-Satiren zu veröffentlichen, ist die Seite nun nach einem Monat zudem ein Ort geworden, an dem ich alles ansammle, was weitestgehend mit Startup-Unterhaltung zusammengehört.

Folgen ist Pflicht!

Kai Diekmans Rap-Album

Die Startup-Szene ist an vielen Punkten urkomisch und überhaupt ist die Onlinebranche sehr kreativ. Da muss nicht erst eine Firma wie Einhorn Kondome kommen, um eine bierernste Szene aufzuwecken. Es gibt schon lange sehr viele Marktentwicklungen, auf die man sehr verbissen, aber auch sehr humorvoll schauen kann. Ich bevorzuge letzteres. Startup-Humor ist daraus entstanden, dass ich irgendwann anfing, Startup- und E-Commerce-Parodien zu schreiben, die im Wesentlichen darauf basieren, dass es für jede Nische eine Geschäftsidee gibt. Bei Startup-Humor gründeten die Ludolfs den ersten Schrottinkubator, in dem sie Teile der Arcandor-Gruppe nach dem Haufenprinzip anordneten. Bei Startup-Humor benennt sich die DHL in MeinPaket um nachdem sich Meinpaket in Allyouneed und Allyouneed in Allyouneed Fresh umbenannt hat.

Wenn Kai Diekmann einen Bushido-Diss veröffentlicht, dann ist das schon komisch genug, aber noch lange nicht Grund genug, ihm nicht gleich ein ganzes Diss-Album anzudichten („Bichtfresse, Lügenpresse!“). Am ersten Tag hatte ich 200 Leute auf meinem Blog, die alle wissen wollten, warum an diesem Tag Amazon down war. In Ermangelung einer offiziellen Stellungnahme oder glaubhafterer Gründe, erfuhren diese User, dass Amazon komplett bis aufs letzte Produkt ausverkauft war. Der Bereich Original Satiren greift als „Postillon für die Startupszene“ – und genau daran fehlte es noch – aktuelle Markttrends und -meldungen auf, spielt mit Gründer-und Marketing-Klischees. Im Bereich Satiren im Netz finden sich Netzfundstücke – in der Regel Videos, die genau das gleiche tun.

Bier aus Bauchnabelflusen

Ergänzt werden die Satiren um Virale Hits wie Christian Lindners Wutrede oder Obamas Yolo-Buzzfeed-Video. Außerdem gibt es viele echte skurile Startups, deren Idee bereits an sich so hanebüchen ist, dass man sie kaum von Satire unterscheiden kann. Oder wer wäre wohl darauf gekommen, aus Bauchnabelflusen Bier zu brauen? Last but not Least gibt es viel lustiges aber vollig unnützes Startup-Wissen, echtheitszertifiziert, aber trotzdem lustig. Google beschäftigt immerhin seit vielen Jahren einen „Captain of Moonshots“ und Skype schließt einen kompletten deutschen Ort aus seinen Nutzungsbedingungen aus. In Arbeit ist weiterhin eine Sektion über Startups im Fernsehen, wo es um Gründershows wie Die Höhle der Löwen, 2 Minuten, 2 Millionen oder Rach und die Restaurantgründer gehen soll.

Heikler Auftakt: Flug 4U9525

Satire ist immer ein Grenzgänger zwischen Überspitzung und Übertreibung. Nach dem bewusst herbeigeführten Absturz von Flug 4U9525 habe ich zweimal überlegt, ob man so etwas wirklich satirisch aufgreifen muss. Am Ende ist es immer eine Entscheidung, worauf man fokussiert. Der Liveticker-Jornalismus mit seiner Fixierung auf den Gesundheitszustand des Co-Piloten und auf den Türöffnungsmechanismus haben mich dann dazu bewogen, basierend darauf eine Startup-Satire über Flugsicherheit zu schreiben. So entstand der Artikel über Lockpit, eine App zum Öffnen von Flugzeugtüren. Es war eine der ersten Satiren auf dem Portal.