CHIP Test&Kauf testet Liveshopping-Portale

Nach einem umfangreichen Test in Computerbild hat sich nun auch Alexander Junk von CHIP Test&Kauf des Themas Liveshopping angenommen. Im Heft Oktober 2008 berichtet das Testmagazin über fünf Liveshops. Diesmal dabei: Alternate ZackZack, Guut, iBood, Preisbock und Quelle Q des Tages. Erneut nicht dabei der einstige deutsche Marktführer Schutzgeld. Schade auch, dass es diesmal keine Gewichtung der Einzelkategorien des Testergebnisses und damit kein Testsieger-Ranking gab. CHIP stellte die getesteten Shops lediglich alphabetisch gegenüber.  Auch darüber hinaus weist der Testbericht Defizite auf. Die Testdauer von 5 Tagen ist bei weitem nicht so repräsentativ zur Ermittlung eines Zwischenwertes  wie die 21 Tage, die Computerbild testete. Auch haben sich kleinere Fehler eingeschlichen. Nichtsdestotrotz lohnt ein Blick ins Testergebnis.

Hatte Computerbild kürzlich noch ein Ersparnismittel von rund 10 Prozent ausgegeben, so sind es diesmal satte 21,9. Vier der fünf getesteten Shops lagen zwischen 27 und 33 Prozent Preisersparnis, also relativ gleich auf. Mit leichtem Vorsprung entscheidet Guut hier das Rennen für sich. Preisbock liegt wie schon zuvor weit abgeschlagen bei lediglich rund 14 Prozent Preisersparnis. Das entspricht der Hälfte der anderen Shops und bestätigt den Trend aus dem Computerbild Testresultat, dass Preisbock auf der Preisebene mit den anderen Shops nicht so ganz mithalten kann. Nichtsdestotrotz: 14 Prozent gespart sind 14 Prozent gespart! Nennenswerte Ausfälle scheint es diesmal bei keinem der getesteten Shops gegeben zu haben.

Die Qualität des Testes scheint aber auch nicht an die Recherchegenauigkeit der Computerbild Tester heranzureichen. So kann man lesen, das europaweit agierende iBood würde nicht ins Ausland verkaufen und nur auf Preisbock wäre es den Kunden möglich, Produktwünsche zu äußern. Tatsächlich ist dies aber auch bei Guut und iBood möglich. Verglichen wurde außerdem nicht mit dem günstigsten Anbieter, sondern mit dem „Durchschnittspreis“ anderer Onlinehändler. Welchen Sinn das macht, sei dahingestellt.

Das Testergebnis ist somit stark ausreißeranfällig und verliert fast sämtliche Aussagekraft.

Ein theoretisches Beispiel einer solchen Stichprobe:

  • Liveshop A verkauft einen iPod Touch sensationell günstig für 200 Euro. 10 Händler bieten diesen für 240 an und 2 für 250. Macht einen Durchschnittspreis von etwa 242 Euro und 17,4 Prozent Preisersparnis
  • Liveshop B verkauft eine Bosch Mikrowelle für 200 Euro. 10 Händler bieten diese für 270 Euro an und zwei für 220 Euro. Macht einen Durchschnittspreis von etwa 262 Euro und  23,7 Prozent Preisersparnis
  • Verglichen mit dem durchschnittlichen Marktpreis schlägt Liveshop B den Liveshop A um 6,3 Prozent
  • Verglichen zum günstigsten herkömmlichen Shop hätte man bei Liveshop A jedoch  16,7 Prozent gespart (Tatsächliche Ersparnis: 40 Euro), bei Liveshop B aber nur 9,1 Prozent (Tatsächliche Ersparnis: 20 Euro).
  • Verglichen mit dem niedrigsten Preis am Markt schlägt Liveshop A den Liveshop B um 7,6 Prozent.

Das ganze lässt sich auch überspitzen, bis zu dem Punkt, wo ein tatsächliches Schnäppchen nicht mehr vorliegt, die Ersparnis zum Durchschnittswert aber trotzdem noch messbar ist.

Diese kleine Rechnung zeigt, weshalb Guut sich zwar am Durchschnittspreis gemessen am besten schlägt, gleichzeitig aber nicht auch die besten Schnäppchen haben muss. Der Informationswert des Tests für den Endverbraucher (und für die Selbstbeweihräucherung der getesteten Anbieter) ist somit gleich Null. Liveshopper wollen nicht „günstiger“ sondern „am günstigsten“ und echte Schnäppchen lassen sich nur an anderen Schnäppchen messen.

Alles in allem bleibt der Test ein netter Artikel über Liveshopping, der die Verbraucher über Liveshopping aufklärt, aber ihnen keinen Überblick über das tatsächliche Schnäppchenpotenzial bieten kann. Letztendlich bleiben folgende Statements des CHIP Test&Kauf Teams:

Die witzigen Texte auf Preisbock und Guut sind witzig, die Bezahlmethoden auf Alternate ZackZack umfangreich. Das Q des Tages nutzt sein großes Potenzial nicht, sondern verramscht Restposten. Auch Preisbock bietet einiges an Ramsch, punktet aber im Informationswert und Funktionsumfang (welcher Bei CHIP ganz einfach „Service“ heißt). iBood sammelt Punkte mit Kostentransparenz beim Versand, bekommt von CHIP Abzüge fürs Webdesign. Na, wenn da mal nicht das Testsiegerlogo eines anderen Computermagazins schuld ist, das auf iBood.de neuerdings demonstrativ prangt.

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